Lucy Christopher – Ich wünschte, ich könnte dich hassen


Titel: Ich wünschte, ich könnte dich hassen [Originaltitel: Stolen]
Reihe: –
Autor: Lucy Christopher
erschienen: 2011 bei: Chicken House
Umfang: 365 Seiten
Preis: 14,95 €
Genre: Jugendthriller
Bewertung: a_smiley_gruen

Zum Inhalt und meiner Meinung: 

Inhalt in drei Sätzen:

Die 17-jährige Gemma wird vom Flughafen gegen ihren Willen entführt. Ihr Entführer, ein junger Mann, bringt sie ins tiefste Australien, wo weit und breit keine Zivilisation zu finden ist, und betont ständig, er wolle ihr dabei nur helfen und sie vor ihrem Leben in England retten. Doch irgendwann, zwischen Staub und Angst, muss Gemma entdecken, dass ihr Bild von ihm sich nach und nach wandelt…

Meine Meinung:

Schon im Klappentext des Buches wird klar, auf was es hinausläuft. Ein Mädchen wird entführt und entwickelt ein Stockholm-Syndrom. Das Buch lag ewig bei mir rum, weil ich mir so dachte: möööh, das willste nicht lesen. Das wird bestimmt eine schnulzige Liebesgeschichte.

Aber ich bin extrem positiv überrascht worden. In Wahrheit ist dieses Buch nämlich sehr viel echter und nachvollziehbarer geschrieben, als ich es erwartet hätte.
Dadurch, dass man von vornherein weiß, dass Gemma irgendwelche Gefühle gegenüber Ty, ihrem Entführer, entwickelt, bin ich davon ausgegangen, dass es eine total unrealistische, kitschige Liebesgeschichte ist, in der das Entführen dieses Mädchens, das der Typ jahrelang geplant hat, total gerechtfertigt wird.
Gott sei Dank war das nicht der Fall! Eher sogar das Gegenteil: selten hab ich ein so beklemmendes Buch gelesen.
Obwohl es nur ein Jugendroman ist, war mir ziemlich angst und bange zumute, als Gemma entführt wurde. Der Leser ist so hilflos wie sie selbst, weiß nicht, was er tun soll – und unwillkürlich stellt man sich vor, wie man selbst in so einer Situation wohl reagieren würde. Wenn man von einem fremden Mann betäubt und dann verschleppt wird und keine Ahnung hat, wo er einen hinbringen will oder was er mit einem vor hat.
Deshalb war ich total erleichtert, als Gemma sich so verhalten hat, wie es jeder vermutlich in so einer Situation tun würde: sie ist verständlicherweise total verängstigt, versucht aber, ihre Lage zu sondieren – und nutzt alle möglichen Wege, um zu entkommen.
Damit war meine Befürchtung schon mal befriedigt.

Der Schreibstil liest sich, wie schon gesagt, total fesselnd. Obwohl auf die Art, wie Gemma erzählt, schon von Anfang an klar ist, dass sie am Ende lebend rauskommt (es wird die ganze Zeit in Rückblenden erzählt, aka. „damals wusste ich noch nicht, wie …“) – das hat dem Ganzen aber keinen Abbruch getan und ich wollte trotzdem wissen, wie alles zustandekommt.
Dadurch, dass die Situation die ganze Zeit so angespannt war – ein Entführer und die Entführte in einem Haus in der Wüste, während der Typ die ganze Zeit behauptet, er habe sie vor sich selbst und vor der Großstadt gerettet – konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Wie schon gesagt, ich habe die Beklemmung selbst gespürt und das war echt krass, das hätte ich so nämlich nicht erwartet.

Das Ende hat mich auch zufriedengestellt. Man wusste ja schon vom Klappentext was kommt, aber es wurde ganz gut umgesetzt. Vor allem das Nachspiel, als Gemma dann entkommen ist, fand ich ungeheuer spannend, denn es war sehr bedrückend für mich zu lesen, wie sie sich fühlt und wie alles um sie herum geschieht und sie selbst die Entführung ganz anders wahrnimmt als die anderen.

Mann, das ist so schwierig, ich möchte euch gern so viel mehr erzählen, aber das würde Dinge spoilern 😀 auf jeden Fall hat mich das Buch richtig begeistern können und ich fühlte mich wirklich ängstlich und beklommen beim Lesen dieser Entführungsgeschichte, auch wenn man von vornherein weiß, wie es ausgeht. Schon der Titel verrät es ja quasi 😀
Irgendwann konnte ich auch die Beweggründe von Ty und Gemma irgendwie nachvollziehen – es war logisch, dass beide so handeln, wie sie handeln.
Ein schönes Buch mit einer ernsten Message, das ich sehr empfehlen kann!

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