David Whitehouse – Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek


Titel: Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek [Originaltitel: Mobile Library]
Reihe:
Autor: David Whitehouse
erschienen: 2015 bei: Tropen
Umfang: 315 Seiten
Preis: 19,95 €
Genre: Contemporary
Bewertung: Yellow_star1

Zum Inhalt und meiner Meinung: 

Inhalt in drei Sätzen:

Der 12-jährige Bobby lebt kein besonders glückliches Leben: er hat nur einen einzigen Freund, seine Mutter ist weg und sein Vater misshandelt ihn. Doch eines Tages lernt Bobby die gleichaltrige Rosa und ihre Mutter Val kennen und damit auch Vals Bücherbus: ein Ort voller Zuneigung und Geschichten. Als Bobbys Vater wieder einmal ausrastet, reagiert Val ohne zu zögern und nimmt Bobby und Rosa mit dem Bücherbus mit auf ein Abenteuer durch ganz England…

Meine Meinung:

Ich war schon kurz davor, dieses Buch zu meinem Stapel an Maybe-Büchern zu legen. Never have I been so wrong 😮

Wie ihr an der Bewertung sehen könnt, hat mir das Buch unfassbar gut gefallen. Den Stern kriegt so gut wie kein Buch bei mir, nur wenn es mich wirklich verzaubert hat und mir neben einem gut zu lesenden Schreibstil und einer spannenden Geschichte noch irgendetwas bietet, das mich ergreift oder mich dazu bringt, mein Leben zu überdenken.

An dieses Buch hatte ich quasi keine Erwartungen. Es ist glaube ich nicht besonders bekannt, jedenfalls habe ich es nicht allzu oft in der Bloggersphäre gesehen. Daher bin ich total überrascht worden!
Bobby ist ein toller Protagonist. Die Geschichte ist hauptsächlich aus seiner Sicht geschrieben, obwohl es auch andere Perspektiven gibt. Bobby ist ein Junge, der wirklich kein schönes Leben hat und das wurde für mich so überzeugend und realistisch dargestellt, dass ich grandioses Mitleid mit Bobby hatte. Meine Güte, der Vater! 😛
Ich war so erleichtert, als Val und Rosa in Bobbys Leben getreten sind. Alle sind sehr interessante Charaktere und dabei aber so real und nachvollziehbar.
Das Buch drückt so viel Liebe aus, aber nicht romantische Liebe (YEY!!), sondern alle Arten von Liebe – Liebe zu Freunden, Liebe in der Familie, sogar Liebe zur Literatur – und das alles auf eine so subtile und wunderschöne Weise, dass ich echt verzaubert war. Alles steckt zwischen den Zeilen und das so kunstvoll – top!
Die fahrende Bibliothek stand gar nicht so sehr im Vordergrund, wie ich am Anfang erwartet hätte. Das war erstaunlich gut, es hat sehr gut gepasst, in welchem Maße sie erwähnt wurde. Sie ist eher ein Transportmittel für Rosa, Val und Bobby – genau wie die Bücher Geschichten transportieren. So much Metaphern! (jetzt wisst ihr, wieso es mir so gut gefallen hat :D)

Der Schreibstil war für mich überhaupt das größte Highlight. Dieses Buch klang für mich nach einem dieser „intelligenten“ Bücher, wisst ihr, was ich damit meine? Eines, bei dem man hinterher viele weise Ratschläge bekommen hat und die dein Leben bereichern und es wichtig ist, dass man sie liest, die aber selten wirklich gute Unterhaltungsliteratur sind, weil Thema und Inhalt eher schwierig sind.
Der Punkt ist: bei diesem Buch war das nicht so! Ich bin durch die Seiten geflogen, wie schon in einem Weekly Reads erwähnt: dieses Buch war für mich der absolute Pageturner! Es war so voller Spannung, auch wenn gerade inhaltlich gar nichts spannendes passierte, und es entwickelte so ein Suchtpotential, dass ich es innerhalb von 24 Stunden ausgelesen hatte. Das passiert mir sonst wirklich selten und spricht eindeutig für das Buch 😉
Es lässt sich super gut lesen, der Schreibstil ist recht einfach gehalten, weil die ganzen rührenden Dinge, die der Autor uns erzählt, eben zwischen den Zeilen stecken. Schon lange habe ich aus keinem Buch mehr so viele Zitate herausgeschrieben wie aus diesem.
Manchmal ist es aber auch ziemlich merkwürdig – quirky einfach, aber das passt trotzdem gut rein. Man muss eben damit rechnen, dass das Buch auch ein bisschen strange wird. Okay, eigentlich ist die ganze Geschichte von vorn bis hinten strange. Aber auf eine gute Weise xD

Fazit: ich weiß gar nicht so richtig, was ich zu diesem Buch sagen soll, wie ich es beschreiben soll. Es hat mich mit seiner Schlichtheit, die dennoch viel Tiefgang und Aussagekraft hat, verzaubert. Ihr dürft jetzt aber nicht denken, dass dieses Buch total pathetisch ist – denn das ist es nicht. Es ist einfach nur schön und ein großartiges Pick-me-up an einem schlechten Tag. Deswegen konnte ich ihm nur die Bestwertung geben 🙂 Das Buch will gar nicht sentimental sein. Es beschreibt einfach das Leben von drei verschiedenen Menschen, die irgendwie versuchen, es trotz ihrer Unzulänglichkeiten zu meistern.

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