Jessica Park – Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte


Titel: Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte [Originaltitel: Flat out love]
Reihe:
Autor: Jessica Park
erschienen: 2014 bei: Loewe
Umfang: 380 Seiten
Preis: 17,95 €
Genre: Contemporary
Bewertunga_smiley_gruen neutral_smiley4
Zum Inhalt und meiner Meinung: 

Inhalt in drei Sätzen: 

Julie hat sich ihren Collegestart irgendwie anders vorgestellt: ihre Wohnung in Boston war ein Fake und existiert nicht, weswegen sie als Notlösung bei einer alten Freundin ihrer Mutter und deren Familie unterkommt. Familie Watkins ist zwar sehr nett zu Julie, doch spürt sie bald, dass etwas im Busch ist – warum ist Matthew, der ungefähr in ihrem Alter ist, immer so abwesend und kümmert sich fast ausschließlich um seine 13-jährige Schwester Celeste – die eine lebensgroße Pappfigur ihres älteren Bruders Finn mit sich herumschleppt, der gerade auf Weltreise ist? Doch dann beginnt Finn, Julie E-Mails zu schreiben, und bald muss sie sich fragen: kann man sich in jemanden verlieben, den man nur als lebensgroße Pappfigur kennt??

Meine Meinung:

Schreibe ich diese Rezension nicht JETZT, werde ich sie vermutlich niemals mehr schreiben xD ihr wisst, dass ich nach wie vor ein großes Motivationsproblem habe, aber das muss doch irgendwie umgangen werden können… seufz.

Aber das soll heute nicht das Thema sein, ich will euch nämlich von meinen Leseerfahrungen mit der Pappfigur (wie ich das Buch der Abkürzung halber nenne, der Titel ist doch etwas sperrig xD) berichten 😀

Das Buch hab ich mir auf Empfehlung einer Freundin gekauft, die es mega extrem gut fand. Und das Cover sieht ja auch absolut hinreißend aus – und OHMEINGOTT, dieses Vorsatzpapier. Ok, vielleicht ist das was, was nur Mediapublisher oder angehende Hersteller aus der Fassung bringt, aber dieses Vorsatzpapier!!!! Ein haptischer Traum *___*
*hüstel*, zurück zum Inhalt des Buches xD

Leider muss ich sagen, dass es mir nicht ansatzweise so gut gefallen hat wie Theresa. Es war zwar weiß Gott kein schlechtes Buch und ich bereue auch nicht, dass ich es mir gekauft hab – immerhin sieht es ja toll aus – aber ich empfehle es nicht unbedingt weiter und werde es auch vermutlich nicht nochmal lesen.
Die Geschichte war für mich ziemlich durchschnittlich und absolut nichts, was ich nicht schon mal gelesen hätte. Für mich war das alles leider nix Neues. Vielleicht waren nach den Schwärmereien von Theresa auch meine Erwartungen unverhältnismäßig hoch, aber sie wurden leider Gottes enttäuscht.

Am schwächsten fand ich Julie, die mich auch ziemlich aufgeregt hat. Sie war für mich leider Gottes – obwohl Protagonistin – eher das, was Finn in diesem Buch war: flach wie Pappe 😛 Julie war mir echt nicht sympathisch, weil sie keinerlei Charakter hatte. Ich konnte sie mir überhaupt nicht vorstellen und so, wie sie sich verhalten hat und was sie gedacht hat, ging sie mir nur auf den Senkel, weil das die typische „ich bin sooo ne tolle Protagonistin und mache alles richtig, und selbst das, was ich falsch mache, ist ja total nachvollziehbar, weil ich mache ja nie Fehler!!!“-Nummer 😛 herrgott, hat mich dieses Mädel genervt 😀 sie hat so ein bisschen ein Helfersyndrom und setzt sich in den Kopf, Celeste „normal“ zu machen. Ein Beispiel: in Julies Augen wäre es normal, dass Celeste – die übrigens hochbegabt ist und sich lieber mit intellektuellen Themen auseinandersetzt, obwohl sie erst dreizehn ist – ihren Bruder dumm anraunzt, wenn der sie zur Schule fährt, während der Fahrt ihm den Hintern zudreht und laut iPod hört und ihn dann vollkommen ignoriert, sobald er sie abgesetzt hat. Das will Julie Celeste verklickern, dass sie sich so verhalten müsste, weil sie dann vielleicht endlich von ihren Klassenkameraden akzeptiert werden würde. Und dass sie sich topmodisch anziehen müsste – und Celeste findet das alles plötzlich total toll und macht mit!
Das fand ich krass unglaubwürdig – denn ein Mädchen, das so ist wie sie und diese Probleme hat (von denen ich jetzt nicht näher berichte, weil Spoiler xD), das lässt sich NICHT einfach so umkrempeln, ist meine Meinung. Und die Ansicht, die Julie von der Art, wie Teenager sich benehmen sollten, „weil man das halt so macht“, hat mich sprachlos gemacht 😀 nur weil man ein Jugendlicher ist, muss man sich doch nicht gleich wie eine Wildsau benehmen!! Und wenn Celeste eben andere Interessen hat, dann muss man sie die auch ausleben lassen und nicht versuchen, sie zu Dingen zu erziehen, die sie womöglich gar nicht machen will, nur um sie konform werden zu lassen.
Das fand ich so krass, dass ich für diese Stellen – die zugegeben ganz wenig Raum im Buch einnahmen, mich aber zutiefst empört haben – das Wort „Katastrophe“ benutzen muss. Nicht für die Schreibweise, denn die ließ sich flüssig durch das ganze Buch hindurch lesen, aber für die Art, wie Julie einfach nur perfekt war und ihre Lösungen immer die besten für alle waren und hach Gott, was für ein Engel sie doch ist.

So, genug geranted 😀 der Schreibstil, um noch ein paar Worte mehr dazu zu sagen, hat mir weder gefallen, noch nicht gefallen, war eben wie das ganze Buch so lala. Hab ich in der Weise schon hundertmal gelesen, aber war ok. Es ließ sich halbwegs flüssig lesen, doch zum Ende des Buches hin hat es mich dann doch ziemlich gelangweilt.
Noch ein Kommentar zum Ende: leider kann ich hier auch nichts übermäßig Positives dazu sagen. Von ganz weit vorn an wird klar, dass es irgendetwas Komisches auf sich hat, und ich hatte gleich am Anfang mehrere Theorien dazu, was es mit Finn wirklich auf sich hat. Ungefähr ab dem letzten Drittel war ich mir dann auch sicher, welche davon zutrifft, und es war genau die. Das hat dann selbst die große Auflösung am Ende für mich zu einem Gähner gemacht, da ich es eben absolut kommen sah und zwar bis ins exakte Detail, was wie warum.
Das Ende-Ende, also die letzten paar Seiten waren dann widerlich-romantisch, sodass ich (die ich das ja nicht leiden kann, wie ihr wisst :P) dann echt gedacht hab, boah, is gut jetzt – warum hab ich das gelesen? xD

Allerdings muss ich auch was Gutes sagen. xD Matt als Charakter mochte ich super, super gern. Er war für mich in seiner Persönlichkeit echt gut durchdacht und seine Handlungen und Aussagen fand ich alle sehr nachvollziehbar und sympathisch war er mir darüber hinaus auch noch. Ich hätte mir am liebsten noch mehr Matthew in dem Buch gewünscht, auch wenn er eigentlich schon total oft vorkam. Er war der absolute Nerd, aber auf ne lustige, glaubhafte Weise – und er macht Anspielungen auf die Helvetica *____* ganz mein Typ!!
Auch Celeste war mir sympathisch und ich mochte sie gern ^^ allerdings konnte ich sie mir der Beschreibung nach ehrlich gesagt nicht als Dreizehnjährige vorstellen. Passender wäre für meinen Geschmack eine ZEhn- oder Elfjährige gewesen. Klar sollte es mit Absicht so wirken, als ob sie für ihr Alter sehr zurückgeblieben ist, aber ihr Charakter wirkte für mich kein bisschen wie dreizehn. Davon abgesehen war sie sehr lustig und ihre Art war echt cool 😀 Celeste hat auch im ganzen Buch die besten Sprüche herausgelassen, auch wenn nicht ganz freiwillig xD
Diese zwei Personen haben Julie als echt flache Hauptfigur ausgestochen und so ein bisschen die Geschichte vor einer richtig miesen Bewertung gerettet, und auch vor allen anderen Figuren sind sie sehr herausgestochen. Zum Beispiel im Vergleich mit Julies Collegefreundin Dana, die man einfach komplett hätte weglassen können, weil sie absolut keine Rolle hatte, sondern nur alibimäßig hier und da erwähnt wurde xD
Allerdings gab es ja Celeste und Matt, denn die haben es nochmal rumgerissen 😀

Im Großen und Ganzen war es kein absolut grottiges Buch, aber auch nichts, von dem ich sagen würde, dass man es uuunbedingt gelesen haben muss. Wenn ihr auf Liebesgeschichten steht, die auch ein bisschen Witz vertragen können und ihr süße Romantik toll findet, dann könnte dieses Buch durchaus was für euch sein – auch, wenn ihr keine Thriller-Spannung braucht und eine ziemlich vorhersehbare Handlung euch nicht weiter stört.
Für mich ganz persönlich, und das ist auch einzig und allein meine eigene Meinung, war es allerdings zu lahm und konnte mich nicht wirklich von sich überzeugen, auch wenn es sich allgemein gut lesen ließ – der Grund, wieso das Buch doch noch eine halbwegs gute Bewertung von mir bekommen hat, auch wenn ich es nicht wirklich gut fand, da ich es doch geschafft habe, es gut durchzukriegen; und bis auf die paar erwähnten Stellen war auch Julie nicht ganz schrecklich. Außerdem gab es ja Matt, den Typo-Nerd. Von ihm würde ich sogar noch mehr lesen ❤ Das hat wirklich das Buch für mich vor dem Absturz bewahrt.
Und das Cover ist halt hübsche, ne 😀

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