Anna Carey – Blackbird


Titel: Blackbird

Reihe: Teil 1/2

Autor: Anna Carey

erschienen: 2014 bei: cbt

Umfang: 350 Seiten

Preis: 16,99 €

Genre: Mystery

Empfohlen für: … das fällt mir komischerweise hier unglaublich schwer! Für alle, die gerne eine
ganz neue Art Perspektive erleben wollen

Bewertung: neutral_smiley4 a_smiley_gruen

Zum Inhalt und meiner Meinung: 

Inhalt in drei Sätzen:

Ein Mädchen erwacht allein auf den Gleisen einer U-Bahn-Station in Los Angeles – sie hat keine Ahnung, wer sie ist, hat nichts bei sich außer einem Rucksack mit Nahrung, einem Messer und einem mysteriösen Zettel mit einer Telefonnummer und dem Hinweis: „Egal was passiert, ruf auf keinen Fall die Polizei!“ Außerdem ist da noch das merkwürdige, offenbar frisch gestochene Tattoo auf ihrem Unterarm, das einen schwarzen Vogel in einem Quadrat zeigt. Nun beginnt eine mysteriöse Jagd – ein grausames Reality-Spiel – die, wenn es nach gewissen Leuten geht, für das namenlose Mädchen mit dem Tod endet…

Meine Meinung:

Dieses Buch begann so gut und wurde zum Ende hin immer schlechter.
Ich hab mich sehr gefreut, weil ich es geschafft habe, ein Leseexemplar zu ergattern, weil die Geschichte vom Klappentext her (der sich unterscheidet von meiner Zusammenfassung, wie immer, aber ich finde es eben wichtig, zu zeigen, was wirklich in den Büchern passiert, weil auch hier der Klappentext zumindest für mich sehr irreführend war) enorm gut klingt. 

Wie ich schon sagte, es beginnt äußerst vielversprechend: das Mädchen erwacht auf den Gleisen und muss erst mal flüchten, weil… das verrate ich natürlich nicht 🙂 aber der Start der Geschichte war wirklich sehr spannend und ich habe enorm mitgefiebert, was passiert, auch als sie sich bei der geheimnisvollen Telefonnummer meldet und damit eine Kette von Ereignissen in Gang setzt, die sie mit Sicherheit nicht vorausgesehen hat.

Der Schreibstil ließ sich echt rasant lesen und ich hatte das Buch in Nullkommanix durch – was aber auch so ziemlich der einzige Grund dafür ist, dass ich es überhaupt zu Ende gelesen habe.
Ich hab ja schon den ersten Teil der Eve-Trilogie von Anna Carey gelesen und da war die Protagonistin auch schon so richtig nervig und einfach blöd. Und es gab Insta-Love. Würg.
Die Protagonistin in diesem Buch war der Typ Überflieger. Sie entkam natürlich allen Leuten, hat IMMER die richtigen Entscheidungen getroffen und wurde mir einfach nicht sympathisch. Ich habe auch, außer am Anfang, wie schon gesagt, nicht mit ihr mitgefiebert, weil sie so distanziert beschrieben wurde und ach ich weiß auch nicht.

Was das Besondere an dem Buch ist: es wird in der zweiten Person Singular erzählt, also in Du-Form. Kein Witz, das ganze Buch besteht aus Sätzen wie „Du gehst da und dort hin“, „du machst das und das“ usw. Das fand ich sehr spannend, weil ich in der Form noch niemals ein Buch gelesen habe. Es war sehr ungewohnt, aber mir hat es eigentlich ganz gut gefallen! Allerdings kann ich mir auch sehr gut vorstellen, dass viele mit diesem besonderen Schreibstil überhaupt nicht klar kommen – es ist wirklich sehr gewöhnungsbedürftig!
Am Anfang konnte ich mich insbesondere dadurch noch gut in der Geschichte halten – aber mir ist ein Punkt aufgefallen: diese Du-Ansprache soll ja vermutlich dafür sorgen, dass der Leser sich so fühlt, als würde er selbst direkt die Geschehnisse erleben; sie nicht MIT dem Protagonisten sondern ALS Protagonist erleben. Finde ich aus Prinzip super. Die Frage: die Hauptperson wurde vom Aussehen her beschrieben, ich erinnere mich genau, dass sie schwarze Haare hatte. Aber wenn man sowas erreichen will, sollte man dann nicht besser die Optik der Hauptfigur vollkommen außen vor lassen, damit sich jeder sich selbst in der Rolle vorstellen kann? Das ist doch doof! Wenn ich jetzt keine schwarzen Haare habe, dann sorgt das schon wieder dafür, dass ich mich damit eben nicht identifizieren kann!

Naja, das war ja noch nicht das Schlimmste. Mitten im Buch wird die Gute nämlich plötzlich sehr, sehr unvernünftig. Sie trift einen Typen im Supermarkt – verliebt sich sooofort in den, wie das halt nun mal so ist *Augen verdreh* -.- und geht mit ihm NACH HAUSE. Obwohl doch jemand sie töten will. Jaah, würde mir auch als allererstes einfallen! Tss…
Die Beziehung der beiden wird so wenig beschrieben, dass sie für mich einfach lachhaft und vollkommen unrealistisch war. Überhaupt wurde fast nichts richtig beschrieben in diesem Buch. Später taucht auch ein anderes Mädel auf, Izzy, mit dem die Hauptperson sich irgendwie komisch anfreundet – und sie wurde so derart wenig beschrieben und ihr Sinn hat sich mir so wenig erschlossen, dass man sie auch komplett aus der Geschichte hätte streichen können. Keine der Figuren hatte auch nur ein bisschen Charakter und wirkten wie aus einer total perfekten Welt genommen, man konnte sich überhaupt nicht mit ihnen identifizieren.

Jetzt muss ich noch ein paar Worte zu diesem „Reality-Spiel“ verlieren, das so groß auf dem Klappentext angepriesen wird.
Ich denke, meine Erwartungen waren um Längen zu hoch. Ich musste bei Realityspiel nämlich an „Ready, Player One“ denken – eines der genialsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe – und das war der Fehler. Denn dieses Reality-Spiel hier im Buch hatte so gar nix damit zu tun und ich hab in die komplett falsche Richtung gedacht.
Ohne jetzt genauer darauf einzugehen, um was es sich bei diesem Spiel dreht, finde ich, dass der Begriff sehr unglücklich gewählt wurde. Das, als was sich das „Spiel“ schließlich entpuppt, konnte ich so gar nicht damit unter einen Hut bringen. Sobald ich wusste, um was es wirklich geht, fand ich es kein bisschen mehr spannend und hab eher die ganze Zeit darauf gewartet: „Kommt noch was?!“; aber es kam leider nix Nennenswertes mehr.

Am Ende des Buches gibts dann plötzlich einen sehr abrupten Wechsel und der alte Typ von ihr… naja, ich sag einfach mal nichts mehr dazu, sonst reg ich mich nur wieder auf 😀 aber plötzlich, obwohl sie davor noch in Lebensgefahr geschwebt hat, ist jetzt alles total cool und lässig und man muss sich vor nichts mehr in Acht nehmen, so kam es mir vor. Ich hab mir außerdem gedacht: ich hoffe mal, es gibt einen zweiten Teil, denn ansonsten ist das Ende alles andere als zufriedenstellend! Es gibt eine Art… Cliffhanger, aber so nervig und unsympathisch wie ich letztendlich die Protagonistin und alle weiteren Figuren fand, wird mich auch das nicht dazu bringen, den zweiten Teil zu lesen…

Fazit: für Fans von Anna Carey zu empfehlen. Alle anderen sollen sich am besten selbst ein Urteil darüber bilden… aber  wirklich raten zu dem Buch würde ich nur, wenn man absolut stereotypische, vorhersehbare Jugendbuch-Handlungen mag.

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