Jonathan Stroud – Lockwood & Co (01): Die seufzende Wendeltreppe


Titel: Lockwood & Co – Die seufzende Wendeltreppe [Originaltitel: The screaming staircase]

Reihe: Teil 1 der Lockwood & Co-Reihe

Autor: Jonathan Stroud

erschienen: 2013 bei: cbj

Umfang: 432 Seiten

Preis: 18,99 €

Genre: Fantasy

Bewertung: neutral_smiley4 a_smiley_gruen

Zum Inhalt und meiner Meinung:

Inhalt in drei Sätzen:

Seit einigen Jahrzehnten gibt es in London ein Geisterproblem: des Nachts tauchen üble Wesen auf, die Besucher genannt werden, und sorgen für unschöne Todesfälle, weswegen überall größere oder kleinere Geisteragenturen gegründet wurden. Die 15-jährige Lucy Carlyle arbeitet in der Agentur Lockwood & Co, die einzige Agentur in ganz London, die ohne Erwachsene arbeitet: Lockwood, der Chef der Agentur, Lucy und George, der für die Recherche verantwortlich ist. Doch durch ein Missgeschick passiert es versehentlich, dass Lucy und Lockwood im Einsatz ein Haus abbrennen – die Schuldenforderung der Eigentümer führt unweigerlich zur Schließung der Agentur, doch dann bietet ein reicher Geschäftsmann den dreien eine Chance: wenn sie eine Nacht in Combe Carey Hall, seinem Landsitz verbringen, wird er alle ihre Schulden übernehmen; doch es gibt einen Haken an der Sache: keiner hat bisher eine Nacht im Westflügel von Combe Carey Hall überlebt…

Meine Meinung:

Ich war sehr sehr gespannt auf dieses Buch, denn die Bartimäus-Reihe von Jonathan Stroud hat mich in meiner Kindheit begeistert und ich fand sie sehr gut. Dieses Buch hingegen hat mich leider ein bisschen enttäuscht im Vergleich dazu – vielleicht waren meine Erwartungen aber auch zu hoch.

Bei Bartimäus fand ich die Ironie und den Sarkasmus dieses Dschinn einfach nur super lustig. Das war es, was die Bücher ausmachte und natürlich kann nicht jeder Charakter eines Buches sarkastisch sein, aber irgendwie hat mir bei Lockwood & Co was gefehlt! Hin und wieder waren zwar schon lustige Stellen, aber wirklich laut gelacht hab ich glaub gar nicht und das fand ich extrem schade, denn damit hatte ich eigentlich gerechnet.
Der Schreibstil an sich ließ sich sehr flüssig lesen und war auch an manchen Stellen recht spannend, aber mir hat das gewisse Etwas leider gefehlt. Was ich ziemlich cool fand, war die Aufmachung der Kapitelanfänge und die Darstellung von Zeitungsartikeln im laufenden Text 🙂 auch die Sache mit den Geistern fand ich recht interessant – zwar wie gesagt nicht soo toll dargestellt, wie ich es mir erhofft hätte, aber das ist ja erst der Auftakt der Reihe und ich bin gespannt, was da noch kommt. Man merkt auf jeden Fall, dass der Autor sich da schon was bei gedacht hat 😉
Die Personen dagegen waren echt schön gezeichnet. Was mich zuerst bisschen irritiert hat, war die Tatsache, dass Lucy unsere Protagonistin ist und die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählt wird, denn beim Buchtitel hätte ich eigentlich gedacht, Lockwood sei  die Hauptperson. Aus irgendeinem Grund hat sich dieses Gefühl, dass es so wies geschrieben ist irgendwie unpassend ist, durchs ganze Buch gezogen und ich konnte mich mit Lucy als Protagonistin nicht so wirklich anfreunden.
Aber versteht mich nicht falsch, Lucy als Charakter ist echt sympathisch! Ich mochte sie ziemlich gern, genau wie Lockwood und insbesondere George 😀 George ist der stereotype fette Bücherwurm, der dauernd ans Essen denkt, aber insgeheim hat er doch viel mehr drauf als man erwartet und das macht ihn unheimlich cool 😀 George gehört definitiv zu den Charakteren in Büchern, die mir of all time am sympathischsten sind. Auch Lucy und Lockwood sind echt gut dargestellt – aber irgendwie fehlte mir auch in der Beziehung in der Agentur was. Lockwood ist der perfekte Gentleman, auch wenn er noch nicht erwachsen ist und irgendwie war mir diese Beziehung zu glatt und ohne Ecken und Kanten. Man hätte mehr Schwächen von ihm darstellen müssen, ihn irgendwie menschlicher machen. Bei George ist das hervorragend gelungen und bei Lucy naja, auch ganz ok, aber Lockwood blieb für mich ein bisschen ohne Substanz – auch wenn ich wie gesagt seine Figur mochte. Das ist echt schwierig zu erklären 😀
Was ich dazu noch ziemlich gut fand, war die Tatsache, dass die drei echt Angst zeigen. Ich bin kein Fan von Protagonisten, die sich todesmutig in jede Situation stürzen und dann sowas sagen wie „och ja, ich hab zwar Angst, aber ich überwinde die in 0,1 Sekunden und ab gehts!“ Nee, die drei scheißen sich manchmal schon ganz schön in die Hose, was aber genau dafür sorgt, dass sie diese Sympathie bei mir erwecken konnten 🙂

Im Großen und Ganzen würde ich Lockwood & Co schon empfehlen. Ich fand es zwar immens schade, dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden und ich das Buch nicht so großartig fand, wie ich gehofft hatte, aber es ist definitiv kein schlechtes und lässt sich auf jeden Fall super lesen. Auch der Aspekt mit den Geistern hat mir super gefallen 🙂 Ich bin gespannt, wie diese Reihe weitergehen wird!

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Ein Gedanke zu “Jonathan Stroud – Lockwood & Co (01): Die seufzende Wendeltreppe

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