[Abgeschlossen] Jodi Picoult – Ein Lied für meine Tochter


Inhalt in drei Sätzen:

Nachdem Max und Zoe die dritte Fehlgeburt nach zehn Jahren der künstlichen Befruchtung haben, geht ihre Ehe in die Brüche: Max will keinen neuen Versuch starten, während Zoe sich verzweifelt Kinder wünscht. Nach der Scheidung entdeckt Max plötzlich Gott für sich, nachdem er einen Unfall nur knapp überlebt, und schließt sich der Kirche seines Bruders an, während Zoe die Schultherapeutin Vanessa kennenlernt und sich schließlich in sie verliebt. Doch als die beiden Frauen nach einiger Zeit dafür entscheiden, Zoes noch eingefrorene Eizellen zu verwenden, um gemeinsam ein Kind zu bekommen, wehrt sich Max vehement dagegen: er und die Eternal Glory Church ziehen in einen Feldzug gegen die Homosexualität…

Meine Meinung:

Ich liebe die Bücher von Jodi Picoult, ich liebe sie einfach. Ich fand bisher jedes toll, manche besser als andere, manche unfassbar geil (beim Leben meiner Schwester *schnüff*), aber alle ziemlich gut.
Auch dieses Buch hat mir sehr, sehr gut gefallen. Den Schreibstil muss ich nicht groß erwähnen, er ist einfach unfassbar toll. Wirklich, ich kann jedem nur raten, mal ein Jodi Picoult-Buch zu lesen, denn sie beschreibt alles so großartig und so, dass man es sich zu hundert Prozent vorstellen kann. Außerdem sind alle ihre Bücher aus den unterschiedlichsten Perspektiven der Beteiligten geschrieben, wodurch man einen Rundumeinblick in die Story bekommt – was mir extrem gut gefällt. Denn so konnte ich selbst die Beweggründe von Max nachvollziehen, auch wenn das sonst so gar nicht meinem Weltbild entsprach. Schreibstil: eins mit Sternchen.
Aber auch die Handlung hat mich fasziniert. Denn in diesem Buch wurde ein Thema aufgegriffen – Homosexualität und das Aufwachsen von Kindern in homosexuellen Familien – das eigentlich immer noch ein Tabuthema ist und deshalb hat es mir umso mehr gefallen. Ich hasse fast nix mehr als Intoleranz – wenn sowas gegen den persönlichen Glauben verstößt, bitteschön, aber wir leben doch wirklich in einer Zeit, in der die Menschen langsam akzeptieren sollten, dass sie mit grundloser Ablehnung nicht weiterkommen.
Und insbesondere in diesem Buch wurde das Thema meiner Meinung nach irgendwie … besonders angepackt. In vielen anderen Romanen, die Homosexualität beschreiben, liegt der Fokus meistens extrem darauf, wie sehr in Ordnung so eine Lebensweise doch ist und dass jeder das Recht darauf hat, eine Person zu lieben, egal welchem Geschlecht sie entstammt. Bei Ein Lied für meine Tochter hatte ich den Eindruck, dass der Fokus eher auf der Realität liegt. Jodi Picoult beschreibt keine Umgebung, die so in der Realität nicht existiert, sondern eine, in der homosexuelle Menschen immer noch ziemlich viel Ablehnung gegenüber stehen – was wohl eher der Wirklichkeit entspricht als das blumige Weltbild, das in vielen anderen Romanen vermittelt wird. Und es war einfach alles so realistisch, ich kann mich nur wiederholen, aber die Geschichte war glaubhaft bis zum letzten Wort. Und ich wurde mehrmals so wütend auf die Eternal Glory Church, denn wie kann man es wagen, den Lebensstil anderer Menschen zu verurteilen? Ich hab zwar keine persönlichen Berührpunkte mit Homosexuellen, aber die haben doch wohl das gleiche Recht auf ein normales Leben wie Schwarze oder Juden oder Deutsche oder irgendein afrikanischer Volksstamm, der sich von Nilpferden ernährt! (keine Ahnung, obs das wirklich gibt, aber… ihr versteht die Aussage, hoffe ich :D)
und aus den oben genannten Gründen fand ich es wirklich gut, dass dieses Buch die ganzen Probleme beschreibt, denen sich homosexuelle Menschen IMMER NOCH gegenüber sehen. Es war grandios umgesetzt – und meine Fresse, ich bin so dankbar – denn Gott sei Dank hat Jodi Picoult dieses Mal ein gutes Ende gewählt. Bei ihren Büchern weiß man echt nie und ich hab drei Kreuze gemacht (Ironie, was?!), als das Buch tatsächlich positiv geendet hat, so viel soll an dieser Stelle verraten werden 😉

Ich glaube, ich werde alles lesen, was diese Frau noch schreibt, denn sie muss einfach genial sein. Ich bewundere total, wie Jodi Picoult es schafft, tonnenweise Bücher über so schwierige Themen zu schreiben, die doch die Menschheit betreffen. In ihren anderen Büchern geht es um tödliche Krankheiten, Amokläufe, unerfüllte Kinderwünsche, Übernatürliches. Und jedes einzelne klingt so wahr und als ob sie das selbst miterlebt hätte und sind einfach so fundiert und recherchiert, dass mich allein das schon zutiefst beeindruckt.
Falls man sich für etwas ernstere Romane interessiert, die einfach grandios spannend geschrieben sind, muss man Jodi Picoult-Bücher und auch dieses unbedingt lesen! 🙂

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2 Gedanken zu “[Abgeschlossen] Jodi Picoult – Ein Lied für meine Tochter

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