Abgeschlossen: Caragh O’Brien – Die Stadt der verschwundenen Kinder


Inhalt in drei Sätzen:

Um das Jahr 2400: Die junge Gaia ist, wie ihre Mutter, Hebamme und dient damit der Enklave, der Regierung einer Art Gemeinde, die die Enklave nach diversen Kriegen und Hungersnöten erschaffen hat. Als Hebamme ist es die Pflicht, jeden Monat eine gewisse Quote, meist zwei bis drei, an Kindern „vorzubringen“ und zwar die Erstgeborenen des Monats. Als ihre Eltern unerwartet und unerklärlicherweise verhaftet werden, bricht für Gaia eine Welt zusammen und sie beginnt, das System der Enklave zu hinterfragen: was passiert mit den vorgebrachten Kindern, die geschützt, wohlhabend und sicher hinter den Mauern der Enklave aufwachsen, während die restliche Bevölkerung, die außerhalb der Mauern lebt, immer tiefer in Armut sinkt?

Meine Meinung:

Ich bin ja bekanntlich ein großer Dystopie-Fan und deshalb wollte ich auch den ersten Teil der Reihe von Caragh O’Brien gerne lesen, besonders, weil ich schon viel Gutes darüber gehört hab.
Allerdings hat mir diese Dystopie nicht so gut gefallen wie andere. Das lag zum Teil am Setting der Geschichte. Oft war ich mir nämlich gar nicht mehr bewusst, dass die Geschehnisse in der Zukunft abspielen, so sehr erinnert alles ans Mittelalter und die Mischung hat mir nicht so gut gefallen. Wenn schon historische Romane, dann richtig und ohne teils moderne Aspekte. Das ist natürlich Geschmacksache, aber leider konnte die Geschichte damit bei mir nur teilweise punkten 😉
die Idee mit den Kindern an sich finde ich super, aber ich finde der Titel passt nicht ganz auf die Geschichte: die Kinder verschwinden ja nicht wirklich, sie leben nur in Zukunft sicher jenseits der Mauern der Enklave.
Der plötzliche Sinneswandel von Gaia von „Ich bringe Kinder vor, weil ich muss und das gut so ist“ zu „Oh mein Gott, was tu ich denn da, dass muss sofort aufhören!?“ fand ich zu abrupt. Klar, ihre Eltern werden verhaftet, aber ihr plötzliches Ehrgefühl den Kindern gegenüber war mir zu rasch. Außerdem hatte Gaia einen Charakterzug, den man leider oft bei Protagonisten sieht, den ich aber überhaupt nicht leiden kann 😀 nämlich diese Selbstlosigkeit. Himmel, nach einer Weile fängt sowas echt an zu nerven, wenn die Hauptpersonen immer alle anderen über sich selbst stellen. Ich kann das dann nicht mehr bewundern und finde es nur noch lästig. Gaia hat das manchmal, aber nicht immer getan, aber die paar Male waren auch echt genug.
Die obligatorische Liebesgeschichte war an sich schön erzählt, auch wenn ich sie unlogisch fand. Ich will jetzt nicht viel spoilern, aber bis zum Ende erkennt man überhaupt nicht sicher, ob es jetzt Liebe ist oder nicht – was mich einerseits verwirrt hat, andererseits aber auch mal eine Erholung war zu den Liebespaaren, die sich einmal sehen und dann sofort himmelhoch jauchzend verknallt sind xD
Zu diesem Buch muss ich also sagen, dass ich es ganz ok fand, es für meinen Geschmack aber bessere Dystopien gibt. Ich werde den zweiten Teil erst mal nicht lesen, das Ende von Teil eins kam total abrupt und überraschend und hatte zwar einen Cliffhanger, aber weil ich mich mit den Personen nicht so recht identifizieren konnte, reizt es mich nicht sehr, weiterzulesen.

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